Anbaumengen und Vermarktung
Guatemala ist eines der bekanntesten Kaffeeanbauländer. Das kleine Land baut knapp 4 Millionen Sack á 60 kg an, Brasilien kommt zum Vergleich als größtes Kaffeeanbauland der Erde auf 42 Millionen Sack pro Jahr. Das Rohkaffeeweltmarkt-jahr, das als Kalender des Kaffeeanbaues und Verkaufes gerechnet wird, dauert immer vom 1. Oktober bis Ende September im folgenden Jahr. Im entsprechenden Rohkaffeejahr 2006/2007 wurden insgesamt 124 Millionen Sack Kaffee auf der ganzen Erde vermarktet.
Viele Jahre lang hatte Guatemala den besten Ruf dieser Länder überhaupt, allerdings wurde einige Jahre lang nicht genügend auf die Qualität bei der Herstellung geachtet. Mittlerweile holt das Land wieder auf, die Bohnen werden nass aufbereitet, wie es zum Beispiel auch in Kolumbien gebräuchlich ist. Außerdem werden die Bohnen genauer sortiert, was ein gleichmäßiges Rösten erst möglich macht. Bei bezüglich Größe unsortierten Bohnen werden die kleineren Bohnen verbrannt und verändern somit das Geschmacksempfinden empfindlich.
Anbaubedingungen und Qualitätsmerkmale
Kaffeebohnen werden nur in den Tropen, das heißt in Äquator-Nähe, angebaut und benötigen zum guten Reifen eine durchschnittliche Temperatur von ca. 17- 23° C, außerdem ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig. Sie werden in Höhenlagen bis zu 2000 Meter über dem Meeresspiegel auf meist vulkanischem Gelände angebaut, man teilt sie je nach Qualität in verschiedene Gruppen ein. Die besten und auf höchsten Lagen angebauten Bohnen werden als „striktly hard beans“ (SHB) bezeichnet. Bei 700 m Höhe ü. M. Bezeichnet man die Kaffeebohnen als „good washed beans“. Kaffeebohnen haben die richtige Reife, wenn sie rot sind, unreife Kaffeebohnen werden nicht an Kunden bzw. Röstereien verschickt. Eine der berühmtestens Anbaugebiete in Guatemala ist Antigua. Dort erfolgt der Anbau in 1100 bis 2000 m Höhe. Es wird ihm eine fruchtige Geschmackssäure nachgesagt.
Die Kaffeesorten aus Guatemala gelten allgemein als besonders säurearm und damit magenfreundlich sowie besonders würzig. Arabica-Sorten, die in Guatemala vor allem angebaut werden, wachsen auf den höchst gelegenen, kühleren Vulkan-Lagen und erreichen deshalb ihre optimale Reife später. Nach Erfahrung vieler Kaffeeröstereien bekommen die Bohnen dadurch einen besonders edlen Geschmack.
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